Radtour im Naturpark Frankenhöhe/Hohenlohe Rad-Schmetterling 07.07. bis 10.07.2026

15 Teilnehmer radelten bei gutem Sommerwetter an 4 Tagen ca. 190 Kilometer. Der Radschmetterling besteht aus vier farblich gekennzeichneten Rundtouren (rot, blau, lila, grün) mit unterschiedlichen Streckenlängen. Südlich von Rothenburg ob der Tauber führen die ausgeschilderten Strecken durch die wellige Landschaft des Naturparks Frankenhöhe und Hohenlohe und verbinden gleichzeitig die zwei Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg miteinander. Die Anreise von Schlaitdorf zu unserem Standquartier dem Landgasthof Schwarzer Adler in Unteroestheim (bei Schillingsfürst) erfolgte jeweils mit dem Auto. Nach dem Abladen der Räder begannen wir mit unserer ersten Tour.

Der „Rote Flügel“ des Radschmetterlings schlängelt sich durch den südlichen Teil des Naturparks Frankenhöhe. Unser Start war Unteroestheim, von dort aus radelten wir durch Bellershausen und Wohnbach, durch den Forst nach Schweikertswinden und Traisdorf nach Hagenau. In Hagenau besichtigten wir die Kirche „Zu unserer Lieben Frau“. Der Turm mit seinen Spitzbögen an den Fenstern könnte in die Zeit der Gotik (1200-1500 n.Chr.) gesetzt werden. Danach steuerten wir die Alexanderhütte an, die erhaben auf einer Waldlichtung liegt und einen freien Blick in die Landschaft ermöglicht. Hier machten wir unsere Picknickpause. Anschließend verlief der Weg ein gutes Stück nach Osten. Wir überquerten die Wilde Altmühl und kamen kurze Zeit später nach Leutershausen, einem mittelalterlichen Städtchen mit zwei Tortürmen. Hier gibt es das „Gustav Weisskopf Museum Pioniere der Lüfte“ über den in Leutershausen geborenen Flugpionier und sein Lebenswerk. Am Stadttor steht ein Denkmal mit einer Nachbildung seiner Flugmaschine. Nach einem kurzen Stück entlang der Altmühl zweigten wir von der ursprünglichen Route ab und radelten mit starkem Gegenwind über Erlbach und Erlach in das Tal der Sulzach nach Sulz mit dem ehemaligen Prämonstratenserinnen-Kloster. Im Cafe D am Bahnhof Dombühl mit kleinem Dorfladen machten wir einen kurzen Zwischenstopp, danach ging es über Wörnitz zurück zu unserem Quartier in Unteroestheim. Unser Tachometer zeigte 44 Kilometer.

Am 2. Tag fuhren wir 55 Kilometer auf dem „“Blauen Flügel“ Richtung Osten und Norden. Der Startpunkt war wieder Unteroestheim. Über Bellershausen nach Buch am Wald ging es weiter nach Colmberg. Schon von weitem entdeckt man auf dem Berg die mächtige Colmburger Burg. Gemeinsam mit dem Tauber Altmühl Radweg radelten wir nach Unterfelden. Die traditionellen Fachwerkhäuser, die auch als Riegelhäuser bekannt sind, konnten wir bestaunen. Weiter ging es nach Binzwangen. Auch dort stehen viele fränkische Fachwerkhäuser. In Windelsbach-Linden kehrten wir in einer Gaststätte zum Mittagessen ein. Anschließend fuhren wir durch ein Waldgebiet geradewegs auf einen Skulpturengarten in Wachsenberg zu. Zufällig waren die Besitzer des Skulpturengartens anwesend und so konnten wir diesen mit vielen Erzählungen und Geschichtchen besichtigen und bewundern. Nach einer rasanten Abfahrt erreichten wir Neusitz. Gemeinsam mit der Radroute der Romantischen Straße führte die Strecke entlang der alten Bahnlinie über Gebsattel nach Diebach und weiter nach Unteroestheim.

Am 3. Tag radelten wir 59 Kilometer auf dem „Lila Flügel“ Richtung Westen durch eindrucksvolle Ausblicke in die Naturlandschaften und kleinen Ortschaften in den Regionen Romantisches Franken und Hohenlohe. Ausgangspunkt war wieder Unteroestheim. Über Insingen und Hausen am Bach erreichten wir Brettheim. Brettheim gehörte 1932 zur braunen Hochburg des Oberamtes Gerabronn. Drei Bürger der Gemeinde wurden 1945 am Ende des Zweiten Weltkriegs wegen der Entwaffnung einiger Hitlerjungen an einer Linde am Eingang des Friedhofs erhängt. Eine Erinnerungsstätte im Brettheimer Rathaus stellt die Ermordung dieser drei Männer durch SS-Angehörige dar. Weiter führte uns der Weg über Blaufelden nach Schrozberg. Die Stadt Schrozberg ist vor allem für sein historisches Wasserschloss und die barocke Stadtkirche bekannt. In Schrozberg machten wir eine längere Mittagspause und trafen auf Hans Stötter und Erwin Ott, die extra mit den Fahrrädern angereist sind, um uns Hallo zu sagen. Anschließend radelten wir einige Kilometer durch ein wunderschönes Waldgebiet, dem sogenannten Schorrenwald. Kurz vor Hemmendorf erblickten wir in der Ferne die Silhouette von Rothenburg ob der Tauber. Nach einem kurzen Aussichtsstopp rollten wir in einer ein Kilometer langen Abfahrt hinunter in das Taubertal. Direkt neben der Barbarossabrücke liegt der Biergarten „Unter den Linden“, den wir ansteuerten. Nach einer gemütlichen Pause unter schattenspendenden Bäumen schwangen wir uns wieder auf die Räder. Wir radelten weiter im Tal der Tauber, dabei hatte man immer wieder tollte Blicke auf die Stadt Rothenburg. Später führte uns der Weg entlang der alten Bahnlinie über Gebsattel nach Diebach und weiter nach Unteroestheim. Kurz vor Unteroestheim besichtigten wir noch ein Geotop (Gipskarstquelle), das sogenannte „Bodenloses Loch“. Mythen und Sagen ranken sich um das Bodenlose Loch. Den Abend verbrachten wir bei gutem und üppigem Essen im Gasthof „Grüner Baum“ in Bettenfeld.

Am 4.Tag radelten wir 31 Kilometer auf der „Grünen Route“ Richtung Westen und Süden. Ausgangspunkt war wieder Unteroestheim. Über Insingen kamen wir in das Tal der Mühlen. Die erste Mühle war die Wilhelmsmühle, die mit einem zweigeschossigen Mansardenwalmdachbau und mit massivem Fachwerkobergeschoss im Jahr 1830 erbaut wurde. Weitere romantische alte Mühlen begleiten den Lauf der Tauber, wobei nur noch eine in Betrieb ist. In Wettringen angekommen, besichtigten wir die aus dem 14.Jh. stammende Wehrkirche. Der Innenraum ist mit einem sehenswerten Riemenschneideraltar. ausgestattet. Fast unsichtbar steht am Ortsrand das Schild „Tauberquelle“. Durch Grüb, Arzbach und Erzberg gelangten wir an die Wörnitz. Über Oberwörnitz radelten wir auf der ehemaligen Bahntrasse nach Oberoestheim und von dort aus nach Unteroestheim zu unserem Quartier. Nach dem Mittagessen im Landgasthof Schwarzer Adler haben wir unsere Fahrräder verladen und traten die Heimreise an.

Radführer Brigitte Bartels

 

 

 

 

 

 

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